Jazz im Film

»Jazz ist für mich eine Geistes- oder Lebenshaltung und nicht so sehr eine bestimmte Musikrichtung. Ebenso wie eine Filmvorführung im Kinosaal kann der Jazz eine Form des Sich-Lösens und des Sich-Entfernens vom Alltäglichen sein.« (Julian Benedikt)

»Im Gegensatz zu anderen Kunstformen ist der Film nie das Werk eines Einzelnen. Er basiert auf einem Kollektiv, fast wie eine Jam-Session im Jazz.« (Lalo Schifrin)

Mit dem Aufkommen des Tonfilms ab 1927 kam es zu ersten Annäherungsversuchen der beiden Medien Jazz und Film. Doch die meisten Spielfilme dieser Zeit vermarkteten das Modewort »Jazz« nur als Schlagwort für die ausgelassenen Roaring Twenties. Die Darstellung der afroamerikanischen Gesellschaft im Umfeld des Jazz ist von rassistischen Untertönen geprägt. Schwarze Musiker erscheinen in den Spielfilmen nur als Randfiguren, in Kurzfilmen, die hauptsächlich Songs illustrieren, müssen sie in klischeehaften Spielszenen agieren, die diese Songs miteinander verbinden. Dennoch sind Filme wie ST. LOUIS BLUES (1929), A RHAPSODY IN BLACK AND BLUE (1932) heute einzigartige Dokumente, in manchen Fällen die einzigen erhaltenen filmischen Aufnahmen legendärer Jazzgrößen, die die ihnen auferlegten mitunter absurden Szenarien einfach überstrahlen. Am besten gelingt die Symbiose von Jazz und Film in einigen frühen Zeichentricktonfilmen: Insbesondere Dave Fleischer konnte Exzentriker wie Cab Calloway und Louis Armstrong mit ihrer Musik mühelos in das anarchistische Universum seines Zeichentrickfilmvamps Betty Boop integrieren, MINNIE THE MOOCHER (1932), I’LL BE GLAD WHEN YOU’RE DEAD, YOU RASCAL YOU (1932) und SNOW-WHITE (1933) gehören zu den schönsten Beispielen origineller Jazz-Filme – bevor der Production Code die Serie zähmte und ihr Ende einläutete.

Zur Fortsetzung des Artikels von Klaus Huckert und Stefan Drößler und zu den Filminformationen (PDF)

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Der spanische Animationsfilm "Chico & Rita" (2010) von Fernando Trueba, Tono Errando und Javier Mariscal

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