Film und Psychoanalyse

"Don't Analyze This!"

"La stanza del figlio" (Italien 20011) von Nanni Moretti

Freud verwahrte sich scharf dagegen, die Psychoanalyse im Spielfilm zu vermarkten. Lieber ließe er sich einen Bubikopf schneiden, meinte er, als dabei mitzuwirken. Doch sind seit ihrer gleichzeitigen Entstehung Ende des 19. Jahrhunderts Film und Psychoanalyse eng miteinander verbunden. Sie haben das 20. Jahrhundert geprägt und sich gegenseitig beeinflusst. Im Film tauchen Analytiker seit Dr. Mabuse, Dr. Brulov (in SPELLBOUND) und Dr. Lowenstein (PRINCE OF TIDES), als Verbrecher, Käuze und engagierte Heiler auf: »Dr. Evil, Dr. Dippy und Dr. Wonderful« sind zu Lieblingschargen des Kinos geworden. Oder sie fungieren als erklärende Handlungsteilnehmer, die Zusammenhänge und Hintergründe des Geschehens verdeutlichen und die Konflikte der Protagonisten mentalisieren. Umgekehrt sind filmische Metaphern und Techniken in die Sprache und die Theorie der Psychoanalyse eingedrungen. Die Leitfrage unserer Filmauswahl ist: Wie funktioniert Psychoanalyse im Film, welche Projektionen trägt sie und welche bewussten und unbewussten Reaktionen im Zuschauer ruft sie hervor? Und wie verändert das Kino die Psychoanalyse?

Andreas Hamburger

 

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Analyze this (Reine Nervensache)
USA 1999 | R: Harold Ramis | B: Kenneth Lonergan, Peter Tolan, Harold Ramis | K: Stuart Dryburgh | M: Howard Shore | D: Robert De Niro, Billy Crystal, Lisa Kudrow, Chazz Palmintieri, Joe Viterelli | 103 min | OF | Dr. Sobel, ein Shrink, wird ziemlich ultimativ von einem neuen Patienten aufgesucht – der Mafiaboss Paul Vitti leidet an Arbeitsstörungen, er kann nicht mehr töten. Ablehnen wäre gefährlich, also nimmt er ihn an, und wie zu erwarten war, gestaltet sich die Therapie eher stürmisch. Die brillante Komödie in bester Hollywood-Tradition wäre freilich nur witzig, wäre da nicht die tiefere analytische Ebene. Die Beziehung zwischen Arzt und Patient entwickelt sich neben allen Gags therapeutisch authentisch bis zur Kulmination: dem Traum vom Therapeuten und seiner Deutung während des Showdowns – »Thinking under fire«.

Sonntag, 8. Juli 2018, 17.30 Uhr
Einführung: Vivian Pramataroff-Hamburger


Zum Programm-pdf der Reihe (18. März bis 8. Juli 2018)

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