Emelka

100 Jahre M.L.K.

NERVEN (1919) von Robert Reinert mit Live-Musikbegleitung von Joachim Bärenz eröffnet die Reihe am 13.12.18 - eine Kooperationsveranstaltung mit dem CAS der LMU München.

Vor 100 Jahren, am 1. Januar 1919, wurde die Münchner Lichtspielkunst AG gegründet, die Emelka. Heute wissen nur noch Eingeweihte, was es mit dem Namen auf sich hat: Er ist das aus den Anfangsbuchstaben des Namens gebildete Akronym MLK – Emelka. Die Emelka war nach der in Berlin ansässigen Ufa der zweitgrößte Filmkonzern in Deutschland. Doch anders als die Ufa, die im »Dritten Reich« als Staatskonzern dem Propagandaministerium unterstellt war und trotzdem bis in die Gegenwart munter weiterproduziert, verschwand die Emelka nahezu zeitgleich im Moment der nationalsozialistischen Machtergreifung. Ihre Geschichte ist bis heute kaum aufgearbeitet worden. Treibende Kraft hinter der Emelka war Peter Ostermayr (1882–1967), der als gelernter Fotograf ab 1907 mit dem Kino in Berührung kam und zusammen mit seinem Bruder Franz (1876–1956), der sich später Osten nannte, 1909 die Münchner Kunstfilm Peter Ostermayr eröffnete. Ostermayr hatte 1910 den ersten Spielfilm Münchens DIE WAHRHEIT gedreht und seine Filmproduktion kontinuierlich ausgebaut. Seine am 24. April 1918 ins Leben gerufene Münchner Lichtspiel GmbH wurde mit Kapital der bayerischen Handelsbank in eine Aktiengesellschaft umgewandelt (Stammkapital: 2 Millionen Mark) und sollte als bayerisches Gegengewicht zur im Krieg von den Militärs und der Deutschen Bank in Berlin gegründeten Universum Film AG (Ufa) dienen.

Ziel war die Errichtung eines zweiten vertikalen Filmkonzerns, der die Produktion, den Verleih, das Abspiel und den Vertrieb von Filmen bündelte. Der Emelka schlossen sich bald andere Filmproduktionsfirmen an, Louis Seels Moeve Film, die Richard Eichberg GmbH, Robert Reinerts Monumental Filmwerke GmbH, Erich Wagowskis Filmhaus Bavaria GmbH und zeitweise die Harry Piel Film GmbH. Als Verleih der Emelka fungierte die Bayerische Filmgesellschaft Fett & Wiesel, für technische Arbeiten gab es die Süddeutsches Filmkopierwerk Geyer GmbH. 1923 wurde die Emelka-Kulturfilm GmbH (Eku) ins Leben gerufen, 1925 die Emelka-Wochenschau, die ihren Sitz in Berlin hatte. Ausgehend von den beiden Münchner Kinos Kammerlichtspiele und Lichtschauspielhaus, die Wilhelm Kraus einbrachte, baute man einen Theaterpark auf, der 1926 insgesamt 39 Theater mit rund 27.500 Sitzplätzen in verschiedenen deutschen Städten umfasste, darunter Erstaufführungstheater in Berlin, München, Leipzig und Stuttgart.

Die Zentrale der Emelka hatte ab 1921 ihren Sitz im ehemaligen Hotel Reichshof in der Sonnenstraße 15, das zum Emelka-Haus umgebaut wurde, in dem sich auch der Wirtschaftsverband Bayerischer Filmfabrikanten, der Verein Deutsche Filmschule e.V. und die Münchner Filmprüfstelle ansiedelten, allesamt Organisationen, in denen Peter Ostermayr aktiv war oder deren Gründung er gar initiiert hatte.

Weiter im Text von Stefan Drößler und zum Programm-pdf der Filmreihe (13. Dezember 2018 bis 27. Februar 2019). i-cal Kalenderdatei

 

 

THE PLEASURE GARDEN (1925) von Alfred Hitchcock
LUDWIG ER ZWEITE, KÖNIG VON BAYERN (1930) von Wilhelm Dieterle

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