"Ehem. jüdischer Besitz"

Zur Ausstellung im Münchner Stadtmuseum

Das Historische Museum der Stadt München (heute Stadtmuseum) 1937. (c): Stadtarchiv München

Die systematische Erforschung der Herkunft von Kunstwerken in den eigenen Sammlungsbeständen gehört zu den Schwerpunkten der wissenschaftlichen Arbeit des Münchner Stadtmuseums. Als erstes Museum in München möchte das Haus diesem Thema eine Ausstellung widmen, in der auch die eigene Geschichte in der NS-Zeit beleuchtet wird. Die Präsentation versteht sich als Momentaufnahme in einem Prozess kontinuierlicher Aufarbeitung und zeichnet die vielfältigen Biografien von ausgewählten Exponaten aus den unterschiedlichen Sammlungen des Museums nach. Dazu gehören Kunstgegenstände aus den Bereichen Grafik und Gemälde, Mode und Textilien sowie Kunsthandwerk und Möbel, aber auch Musikinstrumente und Marionetten.

Anhand der Vielfalt der unterschiedlichen Sammlungsbestände wird das ganze Ausmaß der nationalsozialistischen Raubaktionen greifbar, die sämtliche Segmente des öffentlichen und privaten Lebens betrafen. Bislang beherrschen Kunstwerke namhafter Künstler oder bedeutender jüdischer Kunsthändler und -sammler die Schlagzeilen zu diesem Thema, wie zuletzt der sogenannte »Schwabinger Kunstfund« um die Sammlung Hildebrand Gurlitts. Verstellt wird dadurch der Blick auf die alltäglichen und mitunter sehr privaten Kunst- und Kulturgegenstände, die gleichermaßen der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Enteignungspolitik zum Opfer fielen. Denn von den Repressalien und dem staatlich organisierten Eigentumsentzug der Nationalsozialisten waren ebenso heute kaum noch bekannte jüdische Künstler, Gewerbetreibende und Privatpersonen betroffen, aber auch politische Gegner des nationalsozialistischen Regimes. So wird die Geschichte der Entrechtung und Enteignung im »Dritten Reich« unvollständig bleiben, solange nicht auch dem Schicksal der »kleinen Leute« und dem aus kunsthistorischer Sicht weniger bedeutenden Kultur- und Kunstgegenständen die gleiche Aufmerksamkeit beigemessen wird.

Ein wesentliches Anliegen der Ausstellung ist es, die betroffenen Kunstsammler und -händler, Geschäfteinhaber sowie Privatpersonen, von deren Enteignungen das Münchner Stadtmuseum – wie auch andere Münchner Museen – direkt profitierten, eingehender vorzustellen, ihr kulturelles Engagement zu würdigen und an ihre persönlichen Schicksale zu erinnern. Weit über die Erwerbungsgeschichte des Münchner Stadt-museums hinaus werden die Mechanismen des Kunsthandels während der NS-Diktatur sichtbar, mit einem organisierten Netzwerk städtischer Entscheidungsträger und dem Zusammenwirken der verschiedenen an der systematischen Verfolgungspolitik beteiligten Institutionen in München und auf nationaler Ebene. Das Münchner Stadtmuseum möchte sich so seiner historischen Verantwortung stellen und ein wichtiges Kapitel der eigenen Hausgeschichte erstmals der Öffentlichkeit präsentieren.

Henning Rader

Zu den Filmen MENSCHLICHES VERSAGEN am Donnerstag, 24.5. um 19.00 Uhr (Regisseur Michael Verhoeven ist zu Gast!) und MONSIEUR KLEIN von Joseph Losey am Sonntag, 8. Juli um 21.00 Uhr.

Die Ausstellung "Ehem. jüdischer Besitz – Erwerbungen des Münchner Stadtmuseums im Nationalsozialismus« ist vom 27. April 2018 bis zum 23. September 2018 im Münchner Stadtmuseum zu sehen.

"Monsieur Klein" (Frankreich 1976) | Regie: Joseph Losey mit Alain Delon in der Titelrolle

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Das gedruckte Programmheft mit ausführlichen Angaben zu den Filmen ist im Filmmuseum erhältlich.

Sie können das Programmheft und den Spielplan auch herunterladen:
PDF Heft 34 bis 22. Juli 2018
PDF Kalenderübersicht bis 22. Juli 2018
Termine und Filmtexte als Webcal für Smartphone, Tablet, PC (stetig aktualisiert)
Als statischer Kalender (iCal)
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Jubiläumsbroschüre (Hg. MFZ 2013)
PDF 50 Jahre Filmmuseum

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