Danielle Darrieux

Der Grande Dame zum 100. Geburtstag

Danielle Darrieux in "Madame de..." (1953) von Max Ophüls

 

François Truffaut wusste, dass Film eine Frauen-, eine Schauspielerinnenkunst ist, die Kunst, hübsche Frauen hübsche Dinge machen zu lassen. Filme ohne Frauen sind unendlich langweilig. Paul Vecchiali, der Kriegsfilme hasst – es sei denn ein Soldat zieht das Foto einer Frau aus seiner Uniform –, war ein Kind, als er Danielle Darrieux zum ersten Mal sah: 1936 in einer Zeitschrift und dann im Kino. Der 6-jährige Vecchiali wollte sofort Filmregisseur werden, um ihr zu begegnen. Das hat geklappt, 1961 bei seinem ersten Film. Paul Vecchiali, Jacques Demy, später François Ozon, sie bewundern die Grande Dame des französischen Kinos, die mit 14 loslegte und es mit 17 geschafft hatte. Entdeckt wurde sie von Wilhelm Thiele: Er brauchte eine Schauspielerin für die französische Fassung seines deutschen Films DER BALL. Das war 1931. Die 14-jährige Darrieux singt und sie tanzt, nicht nur so nebenbei. Singen und tanzen wird ihre Art des Spiels vor der Kamera. Auch wenn sie spricht, geht, sich bewegt. Ihr Sprechen ist Melodie, ihre Bewegungen sind eine unverwechselbare Choreografie. In acht Jahrzehnten in über 100 Filmen.

Internationalen Erfolg hat sie 1936 mit dem Film MAYERLING von Anatole Litvak. Danielle Darrieux und Charles Boyer: Er ist österreichischer Thronfolger, sie seine verbotene Geliebte. Sie tanzen Walzer, dann gehen sie zusammen in den Tod. Der Film wird ein Kassenerfolg und für beide die Fahrkarte nach Hollywood. Das amerikanische Debüt der Darrieux: THE RAGE OF PARIS (DIE FLOTTE PARISERIN) von Henry Koster. Eine Französin in New York, die am Ende nur noch einen Wunsch hat: zurück nach Frankreich. 1950. Max Ophüls und Danielle Darrieux. Beide sind seit den 1930er Jahren im Filmgeschäft, haben in Deutschland, in Frankreich, in den USA gearbeitet. Die Darrieux mit Billy Wilder, Henri Decoin, Robert Siodmak. Die erste Zusammenarbeit mit Ophüls: LA RONDE (DER REIGEN). Die gesamte Besetzung des Films: ein Starpaket. Lauter Nebenrollen, und die Darrieux ist mit das Teuerste, was das französische Kino zu bieten hat. Bei Ophüls’ nächstem Film macht sie wieder mit, wieder ist es ein Film ohne Hauptrolle: LE PLAISIR (PLÄSIER), drei Episoden nach Erzählungen von Maupassant.

1953 MADAME DE ..., für Andrew Sarris »the greatest film of all time«, in der Hauptrolle die Darrieux. »Wegen ihr habe ich den Film gemacht. Nach REIGEN und PLÄSIER suchte ich für sie eine Rolle. Es war mir dabei klar, dass, wenn ich eine fände, es automatisch ein Thema für mich sein würde. Denn um die Darrieux herum liegen Leichtsinn und Glaube, Frivolität und Ernsthaftigkeit, Grazie und Grausamkeit, Lebensfreude und Tod. Alles das reflektiert aus ihr heraus in ihr Spiel, das zur Wahrheit wird, ehe man sich umdreht – und sicher, sobald man dreht.«

Weiter im Text von Martina Müller und zum Programm der Filmreihe (25. April bis 3. Mai 2017)
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"Les demoiselles de Rochefort" (1967) von Jacques Demy

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