Retrospektive

Andrzej Wajda

Der polnische Regisseur Andrzej Wajda hat sich immer als politscher Filmkünstler verstanden, dessen künstlerisches Selbstverständnis nicht von seinem Selbstverständnis als polnischer Patriot zu trennen ist. Das Filmmuseum würdigt ihn mit der umfassendsten Retrospektive, die es bisher gegeben hat.

In unmissverständlichen Worten hat er das 2002 in der Dankesrede bei der Verleihung des Oscar für sein Lebenswerk zum Ausdruck gebracht: »Ich werde meine Rede auf Polnisch halten, da ich das sagen möchte, was ich denke, und ich denke immer auf Polnisch. Die Themen unserer Filme waren die Brutalität des Faschismus und das Unglück, welches der Kommunismus mit sich brachte ...« In Filmen wie EINE GENERATION, DER KANAL, ASCHE UND DIAMANT, LOTNA oder LANDSCHAFT NACH DER SCHLACHT spürt man die autobiografischen Erfahrungen des 1926 geborenen Wajda, der den deutschen Überfall auf Polen und die Jahre der Besatzung ebenso bewusst miterlebt hatte wie die »stalinistische Lähmung« der Nachkriegsjahre, die er in DER MANN AUS MARMOR zum ersten Mal ohne allegorische Verschlüsselungen ansprechen und im Solidarność-Film DER MANN AUS EISEN vertiefen konnte. Allem liegt ein Gefühl der Trauer über das historische Unglück der polnischen Geschichte zugrunde, als Nation über Jahrhunderte hinweg, bis auf eine kurze Phase zwischen den Weltkriegen, nicht in einem eigenen Staat leben zu können: Immer war man fremden Mächten ausgeliefert, erst Preußen, Österreich und Russland, später dann dem nationalsozialistischen Deutschland und der Sowjetunion.

Ernst Schreckenberg

Zum Artikel-PDF mit den Film- und Termininformationen (Februar bis Juni 2017)

Die Termine und Inhalte der Reihe für Kalender-Apps (ICS)

Andrzej Wajdas letzter Film POWIDOKI (NACHBILDER) wird übrigens im Rahmen des Filmfests München am Sonntag, 25. Juni 2017 um 20.00 Uhr im Filmmuseum gezeigt. Karten für diese Vorführung sind nur über das Filmfest erhältlich.

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Filmmuseum München

Kartenvorbestellungen nur telefonisch unter Tel. 089-233-96450

Büro: Tel. 089-233-22348
E-Mail: filmmuseum(at)muenchen.de

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Vorführzeiten:
Dienstag / Mittwoch / Freitag / Samstag / Sonntag 18.30 Uhr und 21.00 Uhr
Donnerstag 19.00 Uhr
Montag keine Vorstellung
Bei Überlänge gelten geänderte Vorführzeiten!

Eintrittspreise
Regulär 4 €
Mitglieder des MFZ 3 €
Aufschlag bei Überlänge oder Sonderveranstaltungen 2 €

Rollstuhlfahrer / Hörgeschädigte
Das Kino im Untergeschoss ist über einen Aufzug für Rollstuhlfahrer zugänglich. Die Behindertentoilette befindet sich im Untergeschoss neben dem Kinoeingang. Der Kinosaal ist mit einer Induktionsschleife für Hörgeschädigte ausgestattet.

Programmheft
Das gedruckte Programmheft mit ausführlichen Angaben zu den Filmen ist im Filmmuseum erhältlich.

Sie können das Programmheft und den Spielplan auch herunterladen:
PDF Heft 32, Februar bis Juli 2017
PDF Kalenderübersicht bis Juli 2017
alle Termine und Inhalte für Kalender-Apps (ICS, 322 KiB)

PDF Heft 31 (September 2016 bis Februar 2017)
PDF Kalenderübersicht (bis Februar 2017)

Jubiläumsbroschüre (Hg. MFZ 2013)
PDF 50 Jahre Filmmuseum

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Fabian Schauren, jugendschutz@kommunale-kinos.de