American Politics

Hollywood und die Politik

"Wag the Dog" (1997) | Regie: Barry Levinson

Zu den berühmten Aphorismen Hollywoods gehört ein Ausspruch, der Samuel Goldwyn zugesprochen wird: »If you want to send a message, call Western Union.« Goldwyn, Namensgeber von MGM und erfolgreicher Produzent, wollte mit diesem Bonmot verdeutlichen, dass die amerikanische Filmindustrie primär an Unterhaltung interessiert war und weniger daran, Botschaften zu verbreiten, die man als politisch verstehen könnte. In den 1930er Jahren, als Goldwyn dies (vorgeblich) aussprach, war es in der amerikanischen Gesellschaft durch die Wirtschaftskrise der Great Depression und angesichts der globalen Bedrohung diktatorischer Regime zu einer Politisierung der Kultur gekommen. Ein altes Thema – das Verhältnis von Kunst, Politik und Moral –, das seit Stummfilmtagen für den amerikanischen Film von Bedeutung war, wurde mit neuer Dringlichkeit aufgebracht.

Dem Kino und insbesondere den großen Hollywood-Studios warf man aus linksliberaler Perspektive vor, sich aus diesen Kämpfen der Zeit herauszuhalten – Samuel Goldwyns Ausspruch schien diesen Rückzug zu bestätigen. Gleichzeitig wurde Paramount, 20th Century Fox und insbesondere Warner Brothers aus rechtskonservativer Perspektive nachgesagt, sie trügen zu einer Verwahrlosung der kulturellen Sitten bei und erzählten Geschichten, die die unzufriedenen Arbeiterschichten aufwiegelten. Als Folge dieser Proteste wurde ab 1934 mit dem Production Code eine verstärkte Selbstzensur von Filminhalten betrieben. Die Wahrnehmung Hollywoods trug in der ersten Dekade des Tonfilms paradoxe Züge: Für Kulturschaffende und linksliberale Intellektuelle der Ostküste waren die Hollywood-Produktionen zu zahm und ideologiedienlich; für konservative und religiöse Lobbygruppen hingegen zu systemkritisch und freizügig.

Die Repräsentation des Politischen im amerikanischen Kino warf daher von Anbeginn zwei zentrale Fragen auf: zum einen, welche gesellschaftliche Aufgabe dem Kino zugesprochen wurde. Sollte es primär der Unterhaltung und Ablenkung des Massenpublikums dienen, oder hatte es auch den Auftrag der Aufklärung und staatsbürgerlichen Information? Zum anderen, welchen Gebrauch die Politik von Massenmedien wie Radio oder Kino machte, um ihre Interessen durchzu-setzen. Wie weit ließen sich der politische Betrieb und die Filmindustrie überhaupt voneinander trennen, wenn Politiker und Präsidenten zunehmend vor die Kameras traten, um ihre Botschaften zu verkünden? Auch hierfür war die New Deal-Periode der 1930er Jahre prägend, als der demokratische Präsident Franklin D. Roosevelt publikumswirksam auf Radio und Kino zurückgriff, um die ökonomische und gesellschaftliche Krise zu überwinden. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die enge Kooperation von Regierung und Filmstudios noch augenfälliger, da das Kino zum Instrument der psychologischen Kriegführung erklärt und für den Kampf der Demokratie gegen den Faschismus eingesetzt wurde.

Weiter im Text von Christof Decker sowie zum Programm (5. Januar bis 25. Februar 2018)

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"Dr. Strangelove, Or How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb" (1964) | Regie: Stanley Kubrick

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