Sonderausstellungen
Vorschau

05.09.2014 – 09.11.2014
FORUM 033: Lena Grass – Nachtigall
Die Dunkelheit, die den Menschen in seiner Wahrnehmung und seinen Erfahrungen gleichsam isoliert und auf sich selbst zurückwirft, durchzieht den Bildzyklus „Nachtigall“ von Lena Grass (*1983) wie ein roter Faden. Dabei liefert die Fotografin keine streng konzeptuelle Arbeit mit stringentem Erzählverlauf. In surrealistisch anmutenden Landschafts- und Objektaufnahmen fängt sie intuitiv Stimmungen ein, die von beängstigend bis traumhaft-entrückt reichen.


12.09.2014 – 08.02.2015
Ab nach München! – Künstlerinnen um 1900
„Ab nach München!“ schreibt Gabriele Münter 1901 in ihr Tagebuch, nachdem eine Freundin ihr von der Damen-Akademie erzählt hat. So wie sie zieht es um 1900 zahlreiche junge Frauen aus dem In- und Ausland in die Stadt, die neben Paris als eines der großen Zentren für zeitgenössische Kunst gilt. Der Zugang zur Königlichen Akademie der Bildenden Künste ist Frauen zu diesem Zeitpunkt zwar noch verwehrt, doch bietet München mit der auf weibliche Eigeninitiative hin gegründeten Damen-Akademie und anderen Institutionen wie beispielsweise der Debschitz-Schule attraktive Alternativen zur Ausbildung im künstlerischen Bereich. Die Ausstellung gibt erstmals einen Überblick über das künstlerische Schaffen dieser Frauen. Gezeigt werden Arbeiten bekannter wie unbekann-ter oder in Vergessenheit geratener Künstlerinnen aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Grafik, Möbelkunst, Schmuck, Glas, Keramik, Porzellan, Textilien und Fotografie.


31.10.2014 – 19.04.2015
Rumford. Rezepte für ein besseres Bayern
Erstmals würdigt die Ausstellung Leben und Werk des Sir Benjamin Thompson (Woburn bei Boston/Massachusetts 1753 – 1814 Auteuil bei Paris), der als Graf Rumford fraglos zu den intelligentesten Köpfen zählt, die je in München gewirkt haben. Als Initiator des Englischen Gartens, Sozialreformer, Krisenmanager, Staatsmann, Physiker, Erfinder, Stadtplaner und Ernährungs-physiologe steht er für einen schier atemberaubenden Kosmos an Ideen. Rumford war ein 'soldier of fortune' amerikanischer Prägung und ein Weltverbesserer bar jeglicher Ideologie, aber getrieben von der praktischen Überzeugung, der Menschheit zu einem besseren Leben verhelfen zu können. Seine Lösungsvorschläge fordern aktuell dazu auf, den sozialen, ökonomischen, ökologischen und letztlich auch ethischen Problemen einer globalisierten Welt entgegengesetzt zu werden.


10.10.2014 – 22.02.2015
Luxus der Einfachheit
Lebensformen jenseits der Norm

Eskapistische Tendenzen kennt die Kultur- und Geistesgeschichte zu Genüge. Bis heute entscheiden sich immer wieder Menschen bewusst für Askese und Rückzug. Oder sie gestalten ihr Leben gemäß des derzeit populären Slogans 'Simplify your life'. Die Gruppenausstellung spürt mit internationalen Fotografen den heutigen Phänomenen eines Lebens jenseits aller gängigen gesellschaftlichen Normen nach.


21.11.2014 – 25.01.2015
FORUM 034: Franz Wanner – Toxische Heimat
Die Kabinettausstellung gibt unter dem Titel „Toxische Heimat" einen Einblick in den Zyklus „Gift – Gegengift. Krankheitsbilder einer Stadt". Seit 2012 setzt sich Franz Wanner in dieser Arbeit mit seiner oberbayrischen Heimat auseinander und seziert seinen Geburtsort Bad Tölz. Aus recherchierten und fiktiven Momenten montiert er Fotografie und auditive Erzählung zu exemplarischen Bildern deutscher Wirklichkeit. Die Wechselwirkung zwischen Fakt und Fiktion wirft Fragen auf, die Alltagsinszenierungen durchdringen: Wie lässt sich das Heimatprofil durch Integration der Rüstungsindustrie profitabel verschärfen? Welche Rolle spielt die deutsche Vergangenheit bei der Konstruktion deutscher Gegenwart? Wie verhalten sich Utopien, wenn sie in die Jahre kommen?


März 2015
9. Münchner Bücherschau junior

www.muenchner-buecherschau-junior.de


27.03. – 28.06.2015
Anders Petersen Retrospektive
Der schwedische Fotograf Anders Petersen, 1944 in Stockholm geboren, gehört zu den international einflussreichsten Fotografen seiner Generation. Sein Interesse gilt vor allem dem Milieu der gesellschaftlichen Außenseiter. In Animierlokalen, Gefängnissen, psychiatrischen Anstalten oder Pflegeheimen sucht Petersen seine Themen und beschäftigt sich in eindringlichen Schwarzweiß-Bildessays mit den sozialen Randgruppen. Berühmt wurde Petersen 1970 durch seine Portraitaufnahmen von Prostituierten, Homosexuellen und anderen Außenseitern der Gesellschaft, die im Café Lehmitz, einer Kneipe an der Hamburger Reeperbahn, entstanden. Der daraus entstandene, vielfach ausgezeichnete Bildband „Café Lehmitz“ wurde in der Folgezeit zum Kultbuch. Diese Aufnahmen wie auch Petersens nachfolgende Projekte von „City Diary“ bis zu „To Belong“ sind autobiografisch geprägt und lassen die Person des Fotografen in Erscheinung treten. In den Worten des Fotografen: "Für mich geht es beim Moment des Fotografierens auch um eine Nähe zu mir selbst. Um den Versuch, die Wirklichkeit zu erleben, anstatt sie lediglich darzustellen, und in diesem Erleben möglichst präsent zu sein. Manchmal ist es ein Glücksfall, man hebt die Kamera, und das Leben springt hinein wie ein Kaninchen. Alles wird bis zum Äußersten getrieben." Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit der Bibliothèque nationale de France und der Galerie Vu in Paris präsentiert.


17.07.2015 – 10.01.2016
„das habe nur ich ...!“ Über Sammellust und Liebhabereien
Die Ausstellung zeigt Motive aus Wohnungen, in denen Sammler ihrer Lust frönen. Anhand von 44 Ausstellungseinheiten erlebt der Besucher Situationen der Sammellust. In historischen Vitrinen, die zum Teil in eine gesamte Möbelgarnitur eingebunden sind, werden Gläser, Keramiken, Nippes, Bronzen, bibliophile Kostbarkeiten, Tafelschmuck, Besteck, Tierplastiken, Erotika, 1950er Jahre Wohnaccessoires und vieles andere mehr vorgestellt. Jeder Objektgruppe liegt eine Sammelleidenschaft zugrunde, die auch theoretisch hinterfragt wird.


18.09.2015 – Mai 2016
Gretchen mag's mondän – Damenmode der 1930er Jahre
Sportlich und lässig, aber auch glamourös und mondän – so sah international die Damenmode der Dreißiger Jahre aus. Das Gretchen-Klischee der NS-Zeit fand in Deutschland nur bedingt Raum, denn auch hier waren Frauen sehr wohl an Mode und Schminke aus Paris interessiert – in Sachen Mode herrschte zwischen Theorie und Praxis daher oftmals eine tiefe Kluft. Zur Distanzierung vom Ausland wurden von der Partei deutsche Kreationen gefordert: Modeschaffen unter dem Argusauge der NSDAP wurde hier zum Drahtseilakt. Abendroben, Alltagsmode, Negligés und Sportkleidung sowie zahlreiche Accessoires machen in der Ausstellung die Vielfalt der Bekleidungsstile der Dreißiger Jahre deutlich. Zudem lassen Modejournale, Fotografien, Grafik und Plakate den damaligen Zeitgeist wieder aufleben.