Sammlung Stadtkultur / Volkskunde

Die Sammlung Stadtkultur und Volkskunde geht auf den Wandel des historischen Museums der Stadt München in ein „Heimatmuseum“ in der Zeit um 1920 zurück. Seitdem ist die Darstellung der bürgerlichen Kultur Münchens ein zentrales Thema.

Teile der Sammlung entstanden durch bedeutende Protagonisten der Münchner Volkskultur wie den Architekten Franz Zell und den Autor Anton Pachinger. Der Sammlungsbereich bietet einen äußerst umfangreichen und wertvollen Bestand zur bürgerlichen Alltagskultur aus der Zeit vom 18. Jahrhundert bis heute, der derzeit punktuell in Wechselausstellungen und in den Dauerausstellungen „Typisch München!“ und „Nationalsozialismus in München – Chiffren der Erinnerung“ gezeigt wird. Seit Herbst 2010 ist als neues Aufgabengebiet die Stadtkultur hinzugekommen: aktuelle gesellschaftliche Themen, die das Leben in München besonders prägen, wie Mobilität, Migration, Prekariat, Singles, Schwule und Lesben.

Bereits um das Jahr 1900 wurde der Sammlungsbereich Kinderspielzeug angelegt. Hier findet man die Erstausgabe von „Max und Moritz“, erschienen 1865 im Münchner Verlag Braun & Schneider, handbemaltes Holzspielzeug nach einem Entwurf von Richard Riemerschmid (um 1900), eine Puppe der Münchner Künstlerin Marion Kaulitz (um 1910) und Spielzeug, das der Künstler Ludwig Hohlwein während des Zweiten Weltkrieges für seine Kinder gefertigt hat.

Blechspielzeug Orangenverkäuferin, um 1920
Anti-Atomkraft-Fähnchen, Fukushima-Demo, März 2011
Votivgabe Wachsgurke, Wachszieherei Ebenböck München, um 1890
Bierkasten „Hofbräu München“, um 1910
Lederhose „Bavarian Mister Leather 2010“
Marion Kaulitz, Kunstwerkstatt Gmund/Tegernsee, Münchner Künstlerpuppe, um 1910
designliga, Plakat „Die Registratur“, 2009
Anstecker Münchner Kindl, um 1925

Die Religiöse Volkskunde als weiteren Schwerpunkt zeichnen wertvolle, kunsthistorisch aussagekräftige Einzelkomplexe aus, z.B. zum Walburgiskult oder das Fatschenkind im Goldschrein nach dem Vorbild des Münchner Augustinerkindls aus dem 18. Jahrhundert. Bedeutend sind die Sammlung von Krippen und Krippenfiguren und die Sammlung von Wachswaren – darunter der Nachlass der renommierten Münchner Firma Ebenböck mit Rechnungsbüchern, Entwurfmappen und Modeln.

Die Objekte des Bereichs Alltagskultur haben in vielen Ausstellungen auch außerhalb Münchens Aufmerksamkeit erregt. So wurden etwa zahlreiche Henkelmänner, Gewürzdosen, Fischformen aus Kupfer und handgeschriebene Kochbücher 1996 in der Ausstellung „Für Leib und Seel“ des Schwäbischen Volkskundemuseums Oberschönenfeld gezeigt. Und jüngst hat die Jubiläumsausstellung „Das Oktoberfest 1810-2010“ das älteste erhaltene Bierfass Münchens aus dem Jahr 1829 präsentiert, genauso wie das Charivari der ehemaligen Direktorin des Tourismusamtes Gabriele Weishäupl mit den Biermarken der Wiesnwirte aus dem Jahr 1997.

Heute umfasst die Sammlung Stadtkultur und Volkskunde rund 40.000 Objekte aus den Bereichen „Zeughaus“, „Zunftaltertümer“, „Spielzeug“, „Religiöse Volkskunde“, „Nationalsozialismus“ sowie Zeugnisse der Lebenswelten in Familie und Arbeit unter den Stichworten „Haushalt“, „Schule“, „Populäre Druckgraphik“ und „Festkultur“. Neue Sammlungsaufgaben sind Großereignisse wie die Olympischen Spiele, Weltmeisterschaften, die Blade Night, der Papstbesuch oder Demonstrationen.

Bildarchiv

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Eine Auswahl der Porträts im Bestand des Münchner Stadtmuseums finden Sie in unserer Porträtsammlung.