Sammlung Reklamekunst

Die Reklamekunstsammlung des Münchner Stadtmuseums beherbergt über 30.000 Plakate und ist bekannt für ihre hervorragenden Bestände, vor allem für die Zeit um 1900. Sie reicht von den Anfängen der Plakatentwicklung im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart und umfasst internationale Plakate insbesondere aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Darunter befinden sich Blätter bekannter Künstler und innovativer Gestaltung ebenso wie Plakate als Dokumente der Alltagsgeschichte.

Die Anfänge der Sammlung wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts mit der Gründung des Münchner Stadtmuseums gelegt. Ihr besonderes Profil erhält sie durch den reichen Fundus an Blättern zur Münchner Plakatgeschichte. Etwa zwei Drittel des gesamten Bestandes sind Plakate, die in einem engen Bezug zu München stehen, sei es aufgrund thematischer Bezüge, sei es, dass sie in München gedruckt oder von Münchner Künstlerinnen und Künstlern gestaltet wurden. Nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ nehmen diese Blätter einen dominierenden Platz innerhalb der Sammlung ein.

Ergänzt werden die Plakatbestände durch etwa 15.000 Reklamemarken, Werbeinserate und Einladungskarten, aber auch Anhänger, Aufkleber und ähnliche kleinformatige Gebrauchsgrafik. Bei deren Entwerfern handelt es sich vielfach um dieselben Künstler, die auch Plakate gestalteten.

Um die Wende zum 20. Jahrhundert entwickelte sich München neben Berlin zu einem der bedeutendsten Zentren der Plakatgestaltung in Deutschland und galt als der wichtigste Ort süddeutschen Plakatschaffens. Insbesondere die Plakate der Schwabinger Künstler zeichnen sich durch Ideenreichtum und brillante Darstellungen gegenüber der üblichen Plakatproduktion der Zeit aus. Thomas Theodor Heine (1867-1948), einer der hervorragendsten deutschen Plakatkünstler, erfand die aggressive rote Bulldogge als Karikatur für den „Simplicissimus“. Das Tier wurde zum Markenzeichen der Satirezeitschrift und ziert als Bildmotiv eines der ersten modernen Plakate Deutschlands. Künstler wie Heine begründeten um 1900 nicht nur das Renommee der Münchner Plakatkunst, sondern dokumentierten auch eindrucksvoll den Ruf Münchens als Kunststadt.