Open Scene

Die Termine der "Open Scene" am Donnerstag sind teilweise für aktuelle Sonderveranstaltungen reserviert. Das Programm wird spätestens acht Tage vorher festgelegt und in den Schaukästen an der Kinokasse, über den Film-Newsletter, auf Facebook, auf Twitter, durch Ankündigungen in der Tagespresse und hier auf dieser Homepage bekannt gegeben.


PANZERKREUZER POTEMKIN (1925/1930) - die Tonfassung am Do 30.10.14 um 19.00 Uhr

In der nächsten „Open Scene“ am Donnerstag, 30. Oktober 2014, um 19.00 Uhr zeigen wir einen der berühmtesten Klassiker der Filmgeschichte, den russischen Revolutionsfilm BRONENOSETS POTEMKIN (PANZERKREUZER POTEMKIN) von Sergej Eisenstein in der deutschen Tonfassung, die vom Komponisten Edmund Meisel mit dem Piscator-Theaterensemble aufgenommen wurde. Möglich wurde die Rekonstruktion des „tönenden Potemkin“durch das Österreichische Filmmuseum, da Martin Reinhart im Technischen Museum in Wien neuwertige Schallplattensets entdeckte, die damals in den Kinos synchron zum Film abgespielt wurden.

Die Handlung des stilprägenden Films lehnt sich sehr frei an die tatsächlichen Ereignisse des russischen Revolutionsjahres 1905 an, als die Besatzung des russischen Kriegsschiffs Knjas Potjomkin Tawritscheski gegen die zaristische Offiziere meutert. Mit Beginn der Tonfilmzeit sollte auch der bisher nur live begleitete PANZERKREUZER POTEMKIN in einer Tonfassung herauskommen, und zwar mit der Originalmusik von Edmund Meisel. Mit Schauspielern des Erwin Piscator-Ensembles ließ Meisel nicht nur die Musik einspielen, sondern fügte weitere Klangelemente wie Geräusche, Sprechchöre und Dialoge hinzu, welche alle Zwischentitel ersetzte.

Das neue an der POTEMKIN-Vertonung ist, dass Meisel die Geräusche konsequent dramaturgisch einsetzt, zur Erzeugung von Spannung, beispielsweise durch die stampfenden Kolben des Panzerkreuzers beim Durchbruch durch die Armada. Musik, Geräusche, Stimmen und Chorgesänge wurden live aufgenommen und geben uns einen authentischen Eindruck der Tonexperimente, die Meisel zu dieser Zeit auch in seinen Arbeiten für Erwin Piscator einsetzte. Der originale, extrem agressive Soundtrack zeigt, so der an der Restaurierung beteiligte Filmhistoriker Thomas Tode, dass der Klassenkampf auch auf der Tonspur geführt wird: „Mannigfach sind die Hilfsmittel des Geräuschensembles, von der Kaffeemühle, den Erbsen, die auf Bleche fallen, den Steinen in Sieben, den Donnerblechen, den leeren Flaschen, die angeschlagen, den Klang aufeinanderprallenden Eisens ergeben, bis zu den Ratschen, mit denen einzelne Schüsse bis zu ganzen Salven imitiert werden.“ (Film-Kurier, 18. Juli 1930).

Stefan Drößler hält eine Einführung in die historischen Hintergründe dieses einmaligen Filmdokuments.

 

 

 

 

Filmmuseum München

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Donnerstag 19.00 Uhr
Montag keine Vorstellung
Bei Überlänge gelten geänderte Vorführzeiten!

Eintrittspreise
Regulär 4 €
Mitglieder des MFZ 3 €
Aufschlag bei Überlänge oder Sonderveranstaltungen 2 €

Rollstuhlfahrer / Hörgeschädigte
Das Kino im Untergeschoss ist über einen Aufzug für Rollstuhlfahrer zugänglich. Die Behindertentoilette befindet sich im Untergeschoss neben dem Kinoeingang. Der Kinosaal ist mit einer Induktionsschleife für Hörgeschädigte ausgestattet.

Programmheft
Das gedruckte Programmheft mit ausführlichen Angaben zu den Filmen ist im Filmmuseum erhältlich. Sie können sich die Programmübersicht und das Programmheft als pdf-Datei herunterladen:

Heft 27 (4. September 2014 bis 5. März 2015)
Programmübersicht (16 Seiten, PDF 445 KB)
Programmheft (100 Seiten, PDF 3 MB)

Heft 26 (18. Februar 2014 bis 3. August 2014)
Programmübersicht (PDF 410 KB)
Programmheft (PDF 3,2MB)

Jubiläumsbroschüre (Hg. MFZ 2013)
50 Jahre Filmmuseum

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