Open Scene

Die Termine der "Open Scene" am Donnerstag sind teilweise für aktuelle Sonderveranstaltungen reserviert. Das Programm wird spätestens etwa eine Woche vorher festgelegt und in den Schaukästen an der Kinokasse, über den Film-Newsletter, auf Facebook, auf Twitter, durch Ankündigungen in der Tagespresse und hier auf dieser Homepage bekannt gegeben.


ARARAT von Atom Egoyan am Do 30.4.15 um 19.00 Uhr

Charles Aznavour als Regisseur Edward Saroyan bei der Premiere seines Films

In der nächsten „Open Scene“ am Donnerstag, 30.4.2015 um 19.00 Uhr zeigen wir den kanadischen Spielfilm ARARAT (2002) des armenisch-stämmigen Regisseurs Atom Egoyan, eine kunstvolle Reflexion über die Schwierigkeiten sowie die Notwendigkeit des Erinnerns an den Genozid der Armenier vor 100 Jahren, wobei er verschiedene Handlungsebenen ineinander verschachtelt.

ARARAT
Kanada 2002 – Regie und Buch: Atom Egoyan – Kamera: Paul Sarossy – Musik: Mychael Danna – Darsteller: Charles Aznavour, Arsinée Khanjian, Christopher Plummer, Bruce Greenwood, Marie-Josée Croze, Elias Koteas – 115 min, Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

An der kanadischen Grenze wird der junge Raffi vom Zollbeamten mit Filmbüchsen aus der Türkei aufgehalten – angeblich enthalten sie Filmaufnahmen aus Armenien und keine Drogen. Durch das Verhör offenbart sich nach und nach Raffis Geschichte, ein Kaleidoskop von Liebe und Hass, Vorwürfen und Lebenslügen vor dem Hintergrund des Genozids der Türken an den Armeniern während des Ersten Weltkrieges.

Raffis Mutter, die Kunsthistorikerin Ani, arbeitet über ein Bild des (realen) armenischen Malers Arshile Gorki. Der Regisseur Edward Saroyan (dargestellt von dem ebenfalls aus Armenien stammenden französischen Chansonnier Charles Aznavour) dreht einen Film, mit dem er den lange verleugneten Völkermord an seinem Volk der Welt vor Augen führen will – ausgerechnet ein Epos im Stile Hollywoods. Ani wiederum ist eine Expertin für Gorkis Werk und berät in dieser Funktion den Regisseur Saroyan. Und auch ihr Sohn Raffi ist in das Geschehen verstrickt: Als Mitarbeiter bei den Dreharbeiten versucht er mit seiner Videokamera seine eigene Version des Völkermords festzuhalten. Die Spielfilmszenen über den Genozid fügen sich immer wieder als Film im Film ein, währenddessen die Schauspieler die größte Mühe haben, sich nicht zu sehr mit den fiktiven Personen zu identifizieren.

Dem komplexen Film gelingt es nicht zuletzt durch sein kluges Drehbuch und die überzeugenden Darsteller, die Schwierigkeiten der Aufarbeitung eines kollektiven Traumas zu zeigen, das für jeden einzelnen der Beteiligten zum Schicksal wird. Dabei vermeidet Egoyan jede Bewertung, sondern macht die Motive jeder Gruppierung ebenso sichtbar wie die verschiedenen Wahrheiten und Widersprüche.

Christopher Plummer als Zollbeamter in ARARAT (2002)

Filmmuseum München

Kartenvorbestellungen nur telefonisch unter Tel. 089-233-96450

Büro: Tel. 089-233-22348
E-Mail: filmmuseum(at)muenchen.de

Vorführzeiten:
Dienstag / Mittwoch / Freitag / Samstag / Sonntag 18.30 Uhr und 21.00 Uhr
Donnerstag 19.00 Uhr
Montag keine Vorstellung
Bei Überlänge gelten geänderte Vorführzeiten!

Eintrittspreise
Regulär 4 €
Mitglieder des MFZ 3 €
Aufschlag bei Überlänge oder Sonderveranstaltungen 2 €

Rollstuhlfahrer / Hörgeschädigte
Das Kino im Untergeschoss ist über einen Aufzug für Rollstuhlfahrer zugänglich. Die Behindertentoilette befindet sich im Untergeschoss neben dem Kinoeingang. Der Kinosaal ist mit einer Induktionsschleife für Hörgeschädigte ausgestattet.

Programmheft
Das gedruckte Programmheft mit ausführlichen Angaben zu den Filmen ist im Filmmuseum erhältlich. Sie können sich die Programmübersicht und das Programmheft als pdf-Datei herunterladen:

Heft 28 (5. März bis 2. August 2015)
Programmübersicht (14 Seiten, PDF 700 KB)
Programmheft (100 Seiten, PDF 3,3 MB)

Jubiläumsbroschüre (Hg. MFZ 2013)
50 Jahre Filmmuseum

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