Open Scene


Die Termine der "Open Scene" am Donnerstag sind teilweise für aktuelle Sonderveranstaltungen reserviert. Das Programm wird spätestens acht Tage vorher festgelegt und in den Schaukästen an der Kinokasse, über den Film-Newsletter, auf Facebook, auf Twitter, durch Ankündigungen in der Tagespresse und hier auf dieser Homepage bekannt gegeben.


 

 

Weltpremiere: powerwalk von Thomas Huber und Wolfgang Aichner / Kurzfilmprogramm am Do 24.4.14 um 19.00 Uhr

In der „Open Scene“ am Donnerstag, 24. April 2014 zeigen wir das neue Kunst- und Kurzfilmprojekt der beiden Aktionskünstler Thomas Huber und Wolfgang Aichner, die in powerwalk – der Film (2014, 17 min) mit einer sehr speziellen Durchquerung Islands eine unabhängige Stromerzeugung demonstrieren. Ergänzt wird das Programm durch vier weitere Kurzfilme, darunter passage2011 – der Film, ein früheres gemeinsames Projekt von Huber und Aichner.

Powerwalk (17 min) – GÆG (Deutschland)

Die grotesken Szenerien der Künstler, die mit Windrädern auf ihren Rücken durch die raue Landschaft Islands ziehen, um elektrischen Strom in Akkus zu laden, wird gegengeschnitten mit der Entladung dieser vollen Akkus. Zurück in München waschen die Künstler mit dem generierten Strom ihre schmutzige Expeditionskleidung. Mit ihrem Film erschaffen Thomas Huber und Wolfgang Aichner ein absurdes Bild, das den aktuellen Wettlauf der Industrieländer um natürliche Ressourcen und Energien und eine auf Effizienz, Profit und Unterhaltung ausgerichtete Gesellschaft thematisiert.


Rainbow I (3 min) 1983 – Rúrí (Island)

Das Video zeigt die Künstlerin mit einer Regenbogen-Installation inmitten der Natur ihres isländischen Heimatlandes. Der Regenbogen, Zeichen der Hoffnung, Metapher für den Übergang der hiesigen Welt zur jenseitigen, weht minutenlang im Wind, bis schließlich das Unglaubliche geschieht: Der Regenbogen geht in Flammen auf.


Aqua Silence II (7 min) – Rúrí (Island)

Die Kraft des Wassers ist ein wiederkehrendes Motiv im Werk der isländischen Künstlerin. Dabei überlagert sich zumeist die pure, physische Gewalt der heimatlichen Wasserfälle mit der metaphorischen Bedeutung als fragiles Sinnbild unserer kosmischen Zusammenhänge. „Aqua Silence II“ befasst sich mit Wasser in verschiedenen Aggregatzuständen, die in einer speziellen Choreografie zusammengefügt sind.

EZY1899: Reenactment for a Future Scenario (12 min) 2012 – Simon Faithfull (Großbritannien)

EZY1899 zeigt eine Aktion, die in Raum und Zeit gestrandet ist. Eine in einen silbernen Schutzanzug gehüllte Figur geht müde in Richtung eines merkwürdigen Flugobjekts. Geheimnisvoll steht es dort, groß und klobig, nicht wirklich flugtauglich. Der silbern gekleidete Mensch selbst scheint in einem an Sisyphos erinnernden Traum gefangen zu sein, der in endloser Wiederholung das Boarding-Prozedere, wie wir es von den Flughäfen kennen, durchführt.

Der Film liefert eine zugespitzte Hypothese über unsere Zukunft, in der die traumatische Absurdität sich mit futuristischen Szenarien überlagert.


passage2011 – der Film (27 min) 2012 – GÆG (Deutschland)

2011 zogen die beiden Künstler Wolfgang Aichner und Thomas Huber ein selbstgebautes Boot über den Alpenhauptkamm nach Italien. Die spektakuläre Expedition führte über den 3029 Meter hohen Nevessattel und endete in den Kanälen von Venedig mit der Schiffstaufe im Rahmen der 54. Internationalen Kunstausstellung - la Biennale di Venezia. Der absurde Charakter des Unterfangens nimmt u.a. Bezug auf Werner Herzogs Filmklassiker FITZCARRALDO, aber auch auf den Mythos von Sisyphos. „passage2011“ darf als Metapher für das menschliche Streben gesehen werden, das Leben mit Sinn zu füllen – Sinn, der in Erfolg und Fortschritt begründet ist.


"Der Stachel des Skorpions": L'AGE D'OR und DREAMS THAT MONEY CAN BUY am Do 1. Mai 2014 um 19.00 Uhr

L'age d'or (1930)

In der „Open Scene“ am Donnerstag, 1. Mai 2014 um 19.00 Uhr zeigen wir in Kooperation mit der Villa Stuck und deren Ausstellung Der Stachel des Skorpions. Ein Cadavre exquis nach Luis Buñuels »L’Âge d’or«“ die Filme L'AGE D'OR von Luis Buñuel und DREAMS THAT MONEY CAN BUY von Hans Richter. Die Kuratoren, das Künstlerduo M+M (Marc Weis und Martin De Mattia), sind zu Gast und halten eine Einführung.

L'AGE D'OR (DAS GOLDENE ZEITALTER – F 1930 – R: Luis Buñuel – B: Luis Buñuel, Salvador Dalí – D: Gaston Modot, Lya Lys, Max Ernst, Pierre Prévert – 63 min, OmeU –

In sechs einzelnen, lose verbundenen Sequenzen, die durch unterschiedliche inhaltliche sowie stilistische Merkmale gekennzeichnet sind, geht es um eine amour fou, die alle gesellschaftlichen Fesseln abgeworfen hat und den Ärger und Widerstand von Kirche und Familie, Armee und Polizei erregt. Mit einer Flut von Bildern, Metaphern und Symbolen entwickeln Luis Buñuel und sein Co-Autor Salvador Dalí ein ebenso blasphemisches wie provokatives Pamphlet gegen gesellschaftliche Ordnungen, die den Menschen unterdrücken. L'AGE D'OR gilt als der zentrale Film des Surrealismus und als grundlegend für den Einzug des Mediums Film in die bildenden Künste.


DREAMS THAT MONEY CAN BUYUSA 1947 – R: Hans Richter – 83 min, OF

Der Dadaist und Avantgarde-Künstler Hans Richter setzte sieben innere Visionen verschiedener europäischer Künstler um. Ein Mann entdeckt, dass er in sein Innerstes sehen kann, während er sich im Spiegel in die Augen sieht. Er macht seine Fähigkeit zu einem Geschäft und verkauft fortan maßgeschneiderte Träume an seine Kunden. Jede der sieben surrealen Traumsequenzen wurde von einem anderen Avantgarde-Künstler geschaffen: Max Ernst, Marcel Duchamp, Man Ray, Alexander Calder, Dariums Milhaud, Ferndand Léger und von Hans Richter selbst.

Die Ausstellung „Der Stachel des Skorpions. Ein Cadavre exquis nach Luis Buñuels »L’Âge d’or«“ ist noch bis zum 9. Juni 2014 in der Villa Stuck zu sehen. Kuratiert von M+M stehen sechs aktuelle Künstlergruppen im Zentrum der Ausstellung, die den surrealistischen Film L'AGE D'OR mit einem filmischen Ausstellungsparcours neu interpretieren. Information: www.villastuck.de




Dreams that money can buy (1947)

Filmmuseum München

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Dienstag / Mittwoch / Freitag / Samstag / Sonntag 18.30 Uhr und 21.00 Uhr
Donnerstag 19.00 Uhr
Montag keine Vorstellung
Bei Überlänge gelten geänderte Vorführzeiten!

Eintrittspreise
Regulär 4 €
Mitglieder des MFZ 3 €
Aufschlag bei Überlänge oder Sonderveranstaltungen 2 €

Rollstuhlfahrer / Hörgeschädigte
Das Kino im Untergeschoss ist über einen Aufzug für Rollstuhlfahrer zugänglich. Die Behindertentoilette befindet sich im Untergeschoss neben dem Kinoeingang. Der Kinosaal ist mit einer Induktionsschleife für Hörgeschädigte ausgestattet.

Programmheft
Das gedruckte Programmheft mit ausführlichen Angaben zu den Filmen ist im Filmmuseum erhältlich. Sie können sich die Programmübersicht und das Programmheft als pdf-Datei herunterladen:

Heft 26 (18.2.14 – 3.8.14)
Programmübersicht (PDF 410 KB)
Programmheft (PDF 3,2MB)

Jubiläumsbroschüre (Hg. MFZ 2013)
50 Jahre Filmmuseum

Heft 25 (29.8.13 – 16.2.14)
Programmübersicht
Programmheft

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