Nationalsozialismus in München

München war 1919/20 der Gründungsort der NSDAP und bis 1945 Sitz ihrer Reichsleitung. Hier starteten Adolf Hitler und andere maßgebliche Akteure des NS-Regimes ihre politische Laufbahn. Seit 1933 trug München den Titel "Hauptstadt der Deutschen Kunst" und seit 1935 "Hauptstadt der Bewegung". Hier wurden rassistische und militärische Angriffsprogramme entworfen, wurde die Ausschaltung der politischen Opposition und unliebsamer Kunstrichtungen betrieben, mit Dachau eines der ersten Konzentrationslager errichtet und die systematische Verfolgung des Judentums in Gang gesetzt. Wer Widerstand leistete, wurde verfolgt, gefoltert oder hingerichtet.

Die Ausstellung zeigt München als Ausgangsort der Entstehung des Nationalsozialismus und als Parteizentrum. Münchens Verflechtung als Kunst- und Feststadt bei der ästhetischen Programmierung und Verharmlosung des NS-Regimes wird ebenso thematisiert, wie die Bedeutung der Stadt als Medien- und Rüstungsstandort. Ein weiterer Akzent ist auf München als Ausgangs- und Aktionsort von Verfolgung und Widerstand gesetzt (Kaufhaus Uhlfelder).

Gedenkplatte mit den Teilnehmern des „Münchner Abkommens“ vom 29. September 1938
„Hitler über Deutschland“ (Bucheinband), hrsg. von Heinrich Hoffmann, München 1932
Zeitungswagen mit Aufschrift „Völkischer Beobachter“, um 1935
Postkarte „Tag der Deutschen Kunst – München 1937“
Ausstellungsansicht „Nationalsozialismus in München - Chiffren der Erinnerung“ mit nationalsozialistischen Propagandaplakaten
Postkarte „Die Angeklagten des Hitler-Prozesses“, 1924
SA-Uniform der Gruppe „Hochland“, um 1934
Ausstellungsansicht „Nationalsozialismus in München - Chiffren der Erinnerung“ mit Modell des für München geplanten Hotels „Kraft durch Freude“

Die Darstellung ist ganz auf München konzentriert. Sie beginnt mit dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 und endet mit dem Jahr 1945. Das Konzept orientiert sich an der Frage, was diese Stadt von anderen Städten in Bezug auf den Nationalsozialismus unterscheidet.

Die Ausstellung versteht sich als Teil einer Erinnerungslandschaft, zu der andere Informationsstätten, wie das Jüdische Museum auf dem St.-Jakobs-Platz und demnächst ein NS-Dokumentationszentrum am Königsplatz gehören. Sie ist als Informationsgrundstock gedacht, der durch weitere Ausstellungsangebote und Diskussionsveranstaltungen in der Stadt vertieft werden soll.

Publikation

München - „Hauptstadt der Bewegung“

Zur Ausstellung ist eine umfangreiche Publikation "München – „Hauptstadt der Bewegung. Bayerns Metropole und der Nationalsozialismus" erschienen, herausgegeben u.a. von Brigitte Schütz u. Wolfgang Till, Verlag Edition Minerva, Umfang 487 Seiten erschienen. Erhältlich an der Museumskasse und in unserem Online-Shop für 22,00 €.