Dauerausstellung Musik

Seit 1940 gibt es die „Städtische Musikinstrumenten-Sammlung“ (heute: Sammlung Musik), die aus der Privatsammlung des Münchners Georg Neuner (1904-1962) hervorgegangen ist. Neuners „Klangmuseum“ ist mittlerweile seit fast 50 Jahren im vierten Stock des Münchner Stadtmuseums beheimatet. Aus den heute annähernd 6.000 Musikinstrumenten und Klangobjekten der Sammlung Musik stammt über die Hälfte aus nichteuropäischen Ländern. Der öffentlich zugängliche Teil der Sammlung präsentiert gerade einmal ein Fünftel des Gesamtbestandes. Durch diese Vielfalt gehört die Sammlung Musik des Münchner Stadtmuseums zu den großen Sammlungen ihrer Art in Deutschland.

SOUNDLAB.1

Einen besonderen Meilenstein bedeutet die Eröffnung des 2012 neu gestalteten Eingangsbereiches mit dem Beginn der stufenweisen Einrichtung eines Soundlab. Geeignet für jedes Alter, will das „Klang-Labor“ mit den zum Teil eigens entwickelten Versuchsstationen zum Experiment mit Klang und Akustik verführen. Anfassen und mitmachen ist ausdrücklich erwünscht! Als „roter Faden“ durch die Sammlung Musik dienen die orangefarbenen Tafeln. Sie markieren die Soundlab-Stationen, erklären, wie die Klangstationen zu bedienen sind und regen das Spiel an. Jede Soundlab-Station enthält Wissenswertes zu Herkunft und Spielweise von Instrumenten, oft ergänzt durch Hör- und Filmbeispiele. Musikalische Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Die Objekte behandeln grundlegende Mittel und akustische Effekte der Klangerzeugung quer durch die Kulturen und Traditionen. Durch das eigene Erleben der akustischen Phänomene werden somit auch die ausgestellten Instrumente „hörbar“ und lebendig.

Holmxylophon (akadinda), Evaristo Muyinda, Kampala, Uganda, 1986
Langhalslaute (surbahar), Nordindien, um 1950
Lamellophon (kota), Elfenbeinküste
Schlitztrommel, Neuguinea, Ozeanien
Saxophonsatz, Adolphe Sax, Paris, 1860er Jahre
Pedalharfe, Georges Cousineau, Paris, um 1780
Klappenhorn in C, Michael Saurle, München, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Oud, Amin und Sayyed Fathi, Kairo, 1990

Neuer Eingangsbereich

Der neue Eingangsbereich holt die Besucher dort ab, wo sie sind – in München und Bayern. Daher „marschiert“ dort eine Blaskapelle der besonderen Art, gemischt aus heutigen und historischen Vorläufer-Instrumenten. Viele davon stammen von Münchner Instrumentenmachern. Das Schlagwerk der türkischen Janitscharenmusik wurde im 18./19. Jahrhundert auch in Bayern integriert. Eine "Stub'nmusi" mit dem „Fensterl zum Orff“ (zu einer Orff-Vitrine) ist mit vielen Originalen aus dem Besitz von Carl Orff bestückt. An einer Medienstation kann man die nebenstehenden Vitrinen zum Klingen bringen, manches über die Sammlung Musik erfahren und auch das anstehende Konzertprogramm studieren. Vorbei an einer München-Wand mit Klangpunkten kommt man nach „Afrika“, mit einer Auswahl aus über 700 Instrumenten verschiedener afrikanischer Länder. Aus diesen Kulturen hat Carl Orff viele seiner Inspirationen gewonnen. Ein Musikinstrumenten-Wunderkabinett präsentiert teils bekannte und viele unbekannte Instrumente, die man von einem Cockpit aus per Laserpointer ausfindig machen und großteils auch hören kann.

Ausstellung

Hier trifft man auf Instrumente verschiedenster Kulturen wie z.B. antike Tonflöten aus Mittelamerika oder Schwirrhölzer aus Neuguinea. Eine riesige „Kanonentrommel“ aus Nordthailand führt in den südostasiatischen Bereich mit reich beschnitzten und vollständigen Gamelan-Ensembles aus Java und Bali im Zentrum. Auf den Gongs und Metallophonen aus glänzend polierter Bronze wird bei Gruppenführungen unter Anleitung auch gespielt. Vorbei an vielen anderen Instrumenten aus Südostasien, Tibet, Indien und China erreicht man Ausstellungsstücke aus dem Mittleren und Nahen Osten und schließlich aus Europa. Neben Drehleier und Dudelsack, sieht man Sonderformen von Violinen bis hin zu einem Totenkopf-Quartett. Die Vielfalt und Entwicklung der Orchester-Instrumente von bekannten heimischen und internationalen Instrumentenbauern kann man in den vielen Vitrinen entdecken.

Neben Gruppenführungen bietet die Sammlung Musik Konzerte und Sonntagsmatineen mit namhaften Künstlern sowie mit Laienmusikern und dem musikalischen Nachwuchs.